Dienstag, 28. März 2017

Es war einmal ... der Wind, der Wind, das himmlische Kind

*Achtung fotolastig* :-)

Nein, um "Hänsel und Gretel" wird es in diesem Beitrag nicht gehen. Aber um Märchen und den Wind - den Wind auf Burg Landeck. Die sollte uns als Kulisse für Kostümfotos dienen. Schlechtes Wetter brachte unsere Pläne etwas durcheinander, aber dann endlich hieß es: Es war einmal ... eine positive Wettervorhersage! So brachen wir gegen acht Uhr in Richtung Klingenmünster auf. Im Gepäck: zwei Kostüme und Kameras. Und die Erkenntnis: Kleider mit hohen Krägen und Autogurte vertragen sich nicht.

Mit der Burg Landeck als Location hatten wir schon einmal gute Erfahrungen gemacht. Zwar sind die Tore am Vormittag üblicherweise noch verschlossen, doch auch außerhalb des Burghofes bieten sich gute Kulissen.

Als die Burg in Sichtweite kam, traf uns aber erst einmal der Schlag: überall Gerüste! Und es kam noch schlimmer: Der Zugang zum Burggraben und zum Brunnen war gesperrt. Wo sollten wir nun Fotos machen? Schockiert stiegen wir aus, um die Lage zu sondieren - und wurden beinahe von einem starken eiskalten Wind umgeweht. Schlimmer konnte es doch kaum kommen. Aber manchmal kann ein vermeintlicher Nachteil auch ein Vorteil sein: Denn vermutlich aufgrund der Bauarbeiten war das Burgtor bereits geöffnet, und wir konnten in den Innenhof - und hatten damit genug geeignete Plätze für Fotos.
Und der Sturm? Der blieb heftig, und zunächst hatten wir auch unsere Probleme, die Kamera und uns selbst gerade zu halten. Andererseits sorgten die Böen aber auch für einige Lacher und interessante Effekte mit unseren Kleidern. Wer braucht schon eine Windmaschine, wenn er die Natur haben kann?! :-)

So verbrachten wir einen tollen Vormittag auf der Burg. Als uns die Finger abfroren und wir kaum noch den Auslöser drücken konnten, eilten wir zurück ins Auto und träumten von warmen Getränken und Essen.
Wer mehr über die Geschichte der Burg erfahren möchte, findet hier Infos: www.landeck-burg.de

Wie immer stand Sylvie hinter der Kamera und drücke fleißig auf den Auslöser.

 


Aber bevor der Bilder-Marathon beginnt, zunächst noch einige Hintergrundinformationen zu unseren dargestellten Charakteren. Ich überlasse erst einmal Dani das Wort:

Dani über ihre "gute Fee":

Das Kostüm:
Mein Kostüm vom Shooting am Wochenende ist leider nicht selbst gemacht. Ich habe es bei der Kostümversteigerung des Badischen Staatstheaters ersteigert (ich habe Euch davon im Blogbeitrag "Eine Kostümversteigerung mit Überraschungen - nichts war so, wie es sonst war!" berichtet).


Es wurde für das Ballett "Schwanensee" verwendet, und ich muss meine Hochachtung an die Ballerina aussprechen, die in diesem Kleid tanzte. Schon normale Bewegungen fallen mir darin nicht leicht. Der Kragen und das Korsett erschweren die natürlichen Bewegungen ungemein.
Nach langem hin und her, ob unter das Kleid Panier, Reifrock oder Petticoat am besten passen würde, entschied ich mich gegen all diese Hilfsmittel. Selbst die am Kleid schon festgenähten Poschen habe ich entfernt. Durch die weiten Puffärmeln wirkt das Kleid schon voluminös genug und benötigt keine aufbauschenden Extras. Das Kleid hat zahlreiche Details und liebevolle Applikationen. Es glitzert und funkelt durch die verarbeiteten Strasssteine im Sonnenlicht.

Die Accessoires:
*Perücke*
Zu so einem Kleid gehört natürlich auch die passende Perücke. Hier musste ich lange suchen, bis ich das passende fand. Durch den hohen Stehkragen wäre eine Langhaarperücke unpassend. Aber auch die Farbe sollte stimmig sein. Kein leichtes Unterfangen. Aber zum Glück hatte ich ja zwei liebevolle und ehrliche Beraterinnen an meiner Seite (siehe dazu Blogbeitrag: "Willkommen im neuen Jahr! Wir legen gleich richtig los und bestellen Worbla und stylen Perücken!")


  

*Schmuck*
Und auch die Suche nach weiteren Accessoires war nicht ganz einfach. Zuerst dachte ich, dass ein Diadem sehr gut zu dem Kostüm passen würde. Nachdem ich ein silbernes und ein gold-silbernes bestellt und ausprobiert hatte, entschloss ich mich doch dagegen. Ein schlichter, silberner Haarreif ersetzt nun den zuvor angedachten Kopfschmuck.
Als Halskette habe ich eine Goldkette mit Strassteinen gewählt. Sie sollte ebenso funkeln wie das Kleid, aber nicht noch zusätzlich überladen wirken.

*Der Zauberstab*
Den Zauberstab habe ich aus Worbla selbst gebastelt. Mit Einstig hatten wir im Februar unseren ersten  Worbla-Basteltag. Keiner von uns hatte vorher mit diesem thermoplastischem Material gearbeitet: "Zauberhaftes und Königliches: Wir wagen uns an Worbla"
Schritt für Schritt entstand so mein erstes Worbla-Werk. Der Zauberstab:

  

Ich verwendete dazu Alltagsgegenstände, wie z.B. ein altes Windspiel, einen Briefbeschwerer usw.
Heraus kam nicht nur ein Zauberstab, sondern gleich fünf. Für das Fotoshooting entschied ich mich für den mit der gläsernen Kugel. Er passt farblich und von der Größe her am besten.

Der Charakter:
Warum ich eine "gute Fee" bei diesem Shooting spiele?
Nun, beim letzten Shooting auf der Burg Landeck spielte ich eine Magierin aus dem Orient ("Die Magierin und die Königin - Kostüm-Fotoshooting auf Burg Landeck").

    

Auch dieses Mal hatte meine Rolle etwas "Magisches" an sich. Es gibt viele verschiedede Arten von "guten Feen". Sie haben das unterschiedlichste Aussehen und ganz verschiedene Kleider. Es gibt kein festgeschriebenes Gesetz, wie eine "gute Fee" auszusehen hat. Sie gelten allgemein als "heiter, glücksbringend und niemals alternd" (ähm, oki, die letzte Beschreibung sollte ich besser weglassen). Der Name "Fee" leitet sich wahrscheinlich von der römischen Schicksalsgöttin Fata ab. Schon im Mittelalter kommen "Feien" oder auch " Feinen" in der deutschen Poesie vor. In der keltischen Sagenwelt sind Feen Elementargeister, die sehr mit der Natur und Tieren verbunden sind.(https://de.wikipedia.org/wiki/Fee)
Eine "gute Fee" hilft durch  Magie anderen Menschen. Sie versteht sich mit Mensch und Tier und erscheint im richtigen Moment. Sie gibt Mut und Hoffnung, auch wenn alles verloren scheint. Besonders Kinder lieben die "gute Fee", und oft beglücken gute Feen in Sagen und Märchen Kinder mit Geschenken oder anderen guten Gaben.

Ich kann eine Rolle besser spielen, wenn sie ein Stück weit zu mir passt. Dies ist bei der "guten Fee" eindeutig der Fall. Ich liebe die Natur und Tiere, ich freue mich, wenn ich jemanden glücklich mache oder ein Geschenk überreichen kann. Mit Kindern verstehe ich mich sehr gut, und es erfreut mich, wenn Kinder mich mit großen Augen anschauen, weil sie in der magischen Phase (https://www.kindergesundheit-info.de/themen/entwicklung/entwicklungsschritte/geistige-entwicklung/magische-phase/) noch davon ausgehen, dass ich eine echte Fee bin. Ein Stück "heile Welt" entsteht für einige Momente.

Beim Fotoshooting stelle ich das Gegenstück zu Laudines Rolle da. Ein Kontrast zwischen Gut und Böse entsteht, der sich auch farblich in den Kostümen ausdrückt.

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Über meine Figur:

Die Burg Landeck scheint für mich der Ort der tragischen Königinnen zu sein. Als wir dort das letzte Mal Fotos gemacht haben, stellte ich Rhaella Tagaryen dar, eine Figur aus der Buchreihe zu "Game of Thrones", die sehr viel Schmerz und Leid in ihrem Leben erfahren musste. Dieses Mal sollte es zwar eine ganz andere Figur aus einem Film sein, aber erneut kein glücklicher, fröhlicher Charakter.

Der Charakter:
Einer meiner Lieblingsfilme ist "Snow White and the Huntsman", eine düstere Fantasy-Variante des Schneewittchen-Märchens. Den größten Anteil daran hat definitiv die Figur der Königin Ravenna, perfekt dargestellt von Charlize Theron. Ich finde ja die Charaktere am interessantesten, die weder die guten, strahlenden Helden noch die durch und durch bösen Figuren sind. Diejenigen "dazwischen", mit Ecken und Kanten, mit Schwächen und Gründen für Handeln. So eine Figur ist die Königin in diesem Film. Sie ist nicht einfach nur von Grund auf böse und will nicht einfach nur aus Eitelkeit die Schönste sein. Sie wird getrieben - zum einen von Rache, denn in ihrer Kindheit brachte ein König ihre Mutter vor ihren Augen um, woraufhin sie und ihr kleiner Bruder zum Betteln verdammt waren. Zum anderen von der Angst zu altern und damit ihre Schönheit und ihre Macht zu verlieren. Zum Zeitpunkt der Filmhandlung ist sie eigentlich bereits eine sehr, sehr alte Frau und um zu überleben dazu gezwungen, durch Zauberkräfte jungen Frauen ihre Jugend zu rauben. Wendet sie andere Magie an, nimmt ihr das jedoch wieder Lebenskraft und lässt sie altern - ein Teufelskreis. Ursache all dessen ist ein Zauber, mit dem ihre Mutter sie einst belegte: Ihre Schönheit sollte sie schützen. Dies erweist sich aber auch als Fluch. Denn sie wird von Männern benutzt und fallengelassen, sobald ihre Schönheit zu verblassen droht. Und das lässt sie sich irgendwann nicht mehr gefallen: Sie strebt selbst nach immer größerer Macht, was in einem Drama endet. Diese Balance zwischen der starken, rachsüchtigen Königin und der verletzlichen Außenseiterin hat mir im Film sehr gut gefallen.

Kleid und Accessoires:
Und das Beste: Die Königin trägt wunderschöne, faszinierende und fantasievolle Kostüme. Jedes ihrer Kleider, die im Laufe des Films immer düsterer werden, besticht durch morbide Details. In zwei Szenen trägt sie ein schwarzes Kleid mit Vogelschädeln als Zierde, das es mir besonders angetan hatte. Nachdem ich mich eine ganze Weile mit dem Gedanken trug, wie toll es wäre, dieses Kleid einmal selbst zu nähen, traute ich mich endlich und habe ich mir einen kleinen Traum erfüllt.
Die Brustplatte, die Krone, den Fingerschmuck und den Dolch fertigte ich - wie Dani ihren Zauberstab - aus Worbla.
In einer anderen Szene spielt ein wundervoller Umhang aus schwarzen Federn eine Rolle. Da "schulterfrei" nicht immer passend ist und inspiriert von dem Umhang, nähte ich noch einen Kragen aus Federn.

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Und jetzt endlich das Ergebnis unseres Landeck-Besuchs: 

Nun lasse ich Bilder sprechen ... :-)

 
  


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Warten auf die Krähen :-)
 


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Natürlich darf auch ein bisschen Spaß nicht fehlen. Eine gute Fee ist ja, wie wir gelernt haben, von Natur aus heiter, und auch die Königin kann mal lachen - wenn z. B. das Kleid bei solch einem Sturm ein Eigenleben entwickelt.

               
Ich KANN nicht ernst gucken, wenn die gute Fee herumalbert
Easy, unser tierisches Schneewittchen ;-)

Sylvie hat nicht nur fotografiert, sondern nebenbei auch gefilmt. Daraus ist ein "Hinter den Kulissen"-Video entstanden. Wer das Video in einer besserer Qualität sehen möchte, klickt es an und stellt am Zahnrad die Qualität auf HD ein.



Nachdem wir nun in andere Rollen schlüpften, lassen wir im April unsere Kostüme zu Hause - was auch mal ganz bequem ist.

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