Sonntag, 28. Februar 2016

Artischocken mit Schokolade - Einstig werkelt beim DIY-Tag

DIY: Diese drei Buchstaben standen für uns gestern wieder einmal im Mittelpunkt. (Was Artischocken und Schokolade damit zu tun haben, erfahrt ihr später. :-)) Wir trafen uns zu einem „Do it yourself“-Tag, um den Reste-Berg unserer Bastelmaterialien ein wenig kleiner werden zu lassen. Seltsamerweise scheint dieser Berg aber nicht wirklich zu schrumpfen. So konnten wir auch dieses Mal aus einem großen Fundus an Bastelmaterialien schöpfen.

 
 
Unsere DIY-Tage sind inzwischen schon zu einer liebgewonnenen Tradition geworden. Denn was haben wir während unserer Treffen nicht schon alles hergestellt – Nützliches, Deko, Fantasiegeschöpfe, Geschenke … Manches war schön, manches eher schräg, manches fiel auch in die Kategorie „nicht schön, aber selten“. Die Ideen gingen uns eigentlich nie aus. Und so hatten sich auch dieses Mal alle bereits im Vorfeld Gedanken gemacht, mit was sie sich beschäftigen würden. Sylvie wollte im Hinblick auf das anstehende Steampunk-Shooting ihr Kostüm aufpeppen; Viele kleine Zahnräder warteten darauf, auf dem Kleid angebracht zu werden.

 

Romina wollte sich den Frühling ins Haus holen und an einen Zweig bunte Filzkugeln hängen. Der Zweig wartete noch im Wald auf sie, aber die Kugeln sollten heute entstehen.
Bei Uli war der Frühling ebenfalls schon angebrochen: Sie plante, aus Filzwolle zwei Frühlingselfen entstehen zu lassen.
Offensichtlich wehte der Frühling still und heimlich durch die Balkontür und verbreitete seinen Zauber, denn auch Dani war osterhaft kreativ und hatte sich vorgenommen, aus Gips Blumentopf-Deko in Hasen- und Schmetterlingsform herzustellen.
Ich entschied mich dazu, ebenfalls passend zu Ostern Eier zu gestalten. Allerdings kein Hühner-, sondern Dracheneier, weshalb ich mehrere Styroporeier in verschiedenen Größen gekauft hatte.

Einiges hatten wir selbst von zu Hause mitgebracht, die übrigen benötigten Utensilien fischten wir noch rasch aus dem Materialien-Berg heraus, den Dani und Sylvie morgens bereits aufgebaut hatten. Noch schnell alles auf dem Tisch ausgebreitet, und dann konnte es losgehen.

Schnell wurde klar, dass an diesem Tag jeweils ein bestimmtes „Werkzeug“ unentbehrlich war: Für Sylvie war es die Nähnadel, für mich ein Messer, für Romina und Dani Wasserschälchen ... Nur Uli brauchte eigentllich nicht viel mehr als die farbenfrohe Filzwolle selbst. Mit ihr, einer Styroporkugel, einem Pfeifenputzer und kleinen Kunstblüten entstand bald eine frühlingshafte Elfe.

         

Und Romina zauberte aus der Filzwolle kunterbunte Kugeln.

 

Die Styroporeier ummantelte ich zunächst mit einer dünnen Schicht Ton, um anschließend Schuppe für Schuppe aufzulegen.

  

Dani schnitt zunächst die Tierform aus Pappe aus und legte um diese mehrere Schichten der in Wasser eingeweichten Gipsbinden.

 

Aus Sylvies Ecke klang dann und wann ein genervtes Stöhnen. Und das nicht ohne Grund: Denn ihr Kostüm war ein altes Theaterkleid, dessen ein oder andere Stelle ausgebessert und gekürzt werden musste; also eher eine nicht so spaßige Fleißarbeit.

 
Irgendwann seufzten Sylvie und ich dann im Duett, denn bei mir wollten die Schuppen einfach kein Ende nehmen. Darüber hinaus hörte man ab und an ein "Autsch!", wenn die Nähnadel mal wieder zugestochen hatte, oder nicht in Worte zu fassende Quietschgeräusche als Ausdruck der Verzweiflung aus Danis Ecke. Denn während ihre Gipstiere trockneten, holte sie eine Tasche, die sie aus einer alten Jeans genäht hatte. Es fehlten noch die Druckknöpfe zum Verschließen der Tasche, aber Jeansstoff und Nadeln sind harte Gegner.

 

Dani hatte schwer zu kämpfen, sorgte aber auch für die lautesten Lacher. Denn richtig lustig wurde es immer dann, wenn etwas durch die Küche flog. Knöpfe fliegen sehr weit, Styropor-Ton-Eier rollen eher plump vom Tisch oder stürzen sich äußerst aggresiv auf gegenübersitzende Filzerinnern - was uns dann auch zu dem erstaunten Ausruf veranlasste: "Schlüpft es schon?"

 Nur eine arbeitete nicht, sondern genoss ganz entspannt die Sonne ...


Doch so sehr wir auch vertieft waren in unsere Arbeit, wollte irgendwann auch mal der Hunger beachtet werden, weshalb wir rasch der uns inzwischen wohlbekannten Website eines Pizza-Lieferdienstes einen virtuellen Besuch abstatteten.


Gesättigt widmeten wir uns danach gleich wieder unseren Bastelarbeiten, denn es wartete noch eine Menge Arbeit auf uns … nein, besser: es wartete noch eine Menge Spaß auf uns.  So stellten wir z. B. fest, dass Dracheier von unten gesehen eine große Ähnlichkeit mit Artischocken haben, worauf Sylvie den sehr poetischen Ausspruch erfand: "Ich artischocke euch!" 


Uli hatte inzwischen mit ihrer zweiten Frühlingselfe begonnen, und auch sie nahm rasch Gestalt an.


Sylvie war unterdessen mit ihrer Fleißarbeit fertig geworden und begann nun, die Zahnräder auf ihrem Kleid aufzunähen. Dabei ließ sie sich auch nicht von einem wirklich schlimm aussehenden allergischen Ausschlag aus der Ruhe bringen. Tapfer ertrug sie das Jucken und lenkte sich mit den Zahnrädchen ab, und glücklicherweise ging der Ausschlag dann auch bis zum Abend hin so schnell, wie er gekommen war. Was die Ursache war, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.
 
    

Dani holte Farbe und Pinsel, denn ihre Gipstiere sollten natürlich auf keinen Fall winterlich weiß bleiben. So strahlten und glitzerten die Schmetterlinge bald in sonnengelb und die Hasen in einem satten Braun.

 
   

Während bei Romina der Kugelberg wuchs, bei Sylvie der Zahnräderberg ein wenig abnahm und meine Dracheneier immer kleiner wurden, ging Dani mit ihren Hasen in Großproduktion. Hinterher waren wir uns allerdings nicht mehr so sicher, ob sie wirklich zur Acrylfarbe gegriffen oder die Hasen nicht doch in geschmolzene Schokolade getaucht hatte. Denn die Tiere sahen Schokofiguren zum Verwechseln ähnlich.

 

Nachdem ich endlich alle Eier „beschuppt“ hatte, sollten sie natürlich auch noch ein wenig Farbe erhalten. Also schnell Spraydosen geschnappt und hinaus auf den Balkon … Nach einem verlorenen Kampf mit einer Spraydose, deren Sprühdüse nach dem Öffnen sehr artistisch über den Balkon hinunter auf den Hof und von dort in den Kellerschacht hüpfte, klappte es dann auch mit dem Sprayen. Dani wurde zum offiziellen Drachenei-Wender berufen, denn nicht nur reifender Käse muss regelmäßig umgedreht werde.


Allerdings waren wir danach ziemlich high und befürchteten, nachts rosarote Drachen zu sehen. Denn durch die offene Balkontür hatten sich die Dämpfe schnell in der Wohnung verbreitet - und später auch im Auto. Es roch ... intensiv. Während ich noch mit den Sprühdosen werkelte, fand Dani nach unzähligen Versuchen mit allen möglichen Hilfsmitteln endlich heraus, wie sie Sekundenkleber von den Händen abbekam: mit einer Hornhaut-Feile. Zu viel sollte man allerdings nicht feilen. :-)

Am Abend war es dann soweit: Wir konnten etwas erschöpft, aber zufrieden unsere fertigen Werke in den Händen halten und auf einen gelungenen Tag anstoßen.


Dani kann ihre Jeanstasche nun im Alltag tragen und ihre Osterhasen an liebe Menschen verschenken - aber nicht hineinbeißen! :-) 
   
 

Und Sylvie kann ihr Kostüm schon bald beim Steampunk-Shooting einweihen.

     
      

Noch am Abend schickte Uli Fotos von den Blütenelfen, die nun bei ihr zwischen Zweigen umherfliegen.

  
 

Meine Dracheneier, die über Nacht draußen halbwegs "ausmüffelten", fanden ihren Platz in einem Drachennest-Körbchen.

 
    

Nur Romina hatte noch Arbeit vor sich: ein passender Ast, Sprühfarbe und etwas grüne Filzwolle mussten noch besorgt werden. Bald darauf schickte sie Fotos von ihrem fertigen Filzkugel-Zweig.

    
 

Wie jedes unserer DIY-Treffen war es auch dieses Mal ein rundum gelungener Tag, an dessen Ende wir wieder etwas Schönes mit nach Hause nehmen konnten. Und unser Reste-Berg ist natürlich immer noch nicht aufgebraucht, weshalb es sicher in einiger Zeit ein weiteres Treffen geben wird.

Und hier kommt, wie immer, das Video.
Denkt dran, am Zahnrädchen auf HD umzustellen, damit ihr den Clip auch in guter Qualität anschauen könnt.