Sonntag, 21. Juni 2015

Ein idyllisches Fantasygrillen mit Schlemmerbankett mitten in der Natur


Hallo liebe Freunde von Einstig,
gestern fand das lange geplante Fantasygrillen statt. Es war ein toller Tag, an dem wir viel gelacht, geredet und geschlemmt haben, aber auch viel arbeiten mussten. So ein Lagerfeuer "im altertümlichen Stil" macht sich ja nicht von selbst.

Im Vorfeld musste vor allem die wichtigste Frage geklärt werden: Wo könnte es stattfinden? Wo findet sich ein Ort, an dem man ein Lagerfeuer machen darf, der etwas ungestört und doch gut erreichbar ist?

Die Entscheidung fiel auf ein Privatgrundstück der Familie Salmon in Bindersbach. Das Grundstück diente mal dem Imker der Familie, um seine Bienenvölker unterzubringen und den Honig herzustellen. Außerdem waren früher die Tiere (Ziegen, Enten, Meerschweinchen) der Familie  hier untergebracht. Heute wird die Wiese hauptsächlich als Holzlager und das ehemalige "Bienenhaus" als Lagerort für allerlei Geräte und Utensilien genutzt.
Das Grundstück verfügt über einen kleinen Bach mit frischem Quellwasser (die Quelle entspringt unweit dem Grundstück im Wald) und dem oben erwähnten Bienenhaus mit Stromanschluss. Es liegt umgeben vom Wald etwas abseits des Dorfes, Holz gibt es in Hülle und Fülle, und es ist gut mit dem Auto zu erreichen.

Im Februar 2015 besichtigten  wir das Gelände, ob es auch wirklich für unser Aktivität tauglich ist.


Im Winter empfanden wir den Ort schon als perfekt! Also beschlossen wir, das Fantasygrillen hier stattfinden zu lassen.

Die Zeit verging, und rasch folgte der Frühling dem Winter. Nun rückte auch der Termin für das Grillen immer näher. Eine Woche vor dem Termin besuchten wir das Grundstück erneut.
Durch das hohe Gras wirkte alles noch idyllischer und ruhiger als im Winter.


Das hohe Gras bot leider auch Brennnesseln ein gutes "zu Hause". Und der kleine Bach war über den Winter teilweise versandet. Zum Glück bot unser "Allround-Talent" Gérard gleich an, das Gras zu mähen und den Bach zugänglich zu machen. Außerdem hatte er schon Feuerholz bereitgelegt, Holzstecken für das Stockbrot und die Würstchen geschnitzt und passendes Geschirr zusammengetragen.

  

Einige Tage vor dem 20.06. machten sich bei einigen Sorgenfalten breit. Hatte doch die Schafskälte voll zugeschlagen, und die Metereologen kündigten nicht wirklich "grilltaugliches" Wetter an.
So verfolgten wir mit  bangem Blick die  Wettervorhersagen für den Tag. Je nach Wetterdienst wurde ein Regenrisiko von 20-78%  und Temperaturen von 13-17 Grad angekündigt. Einen Tag vorher stand sogar die Frage im Raum: "Sollen wir es ausfallen lassen?". Wir wären nicht wir, wenn wir uns vom Wettergott von einer tollen Aktivität abbringen lassen würden! Wir sind flexibel und spontan. Und so wurde ein Notfallplan entwickelt, falls es wirklich "ins Wasser fallen" sollte (was es zum Glück nicht tat!).

Nun stand dem Grillen nichts mehr im Wege. Mit (im wahrsten Sinne des Wortes) Feuereifer ging es an die Feinheiten: Welches Kostüm ziehe ich an und was bringe ich zum Essen mit?
Die Vorbereitungen liefen und es kam eine ganze Liste mit Leckerein zusammen. Da es ein Fantasygrillen sein sollte, mussten wir uns nicht an eine Epoche halten und konnten so eine bunte Mischung zusammenstellen, ohne zu hinterfragen: "Gab es im Mittelalter schon dieses oder jenes?" Stockbrot, Würstchen am Spieß, Glutkartoffeln, gebackene Bananen in eigener Schale, saftiger Kuchen, antiker Quinoa-Nachtisch - von den Inkas inspiriert -,  Pfefferminztee aus dem eigenen Garten frisch auf dem Feuer zubereitet ... Dies waren nur einige der Speisen, die aufgetischt werden sollten.


Zuvor hieß es jedoch, den Regenschauern trotzen und das Grillen vorzubereiten. Viele Handgriffe fielen an: Feuerholz zusammentragen und aufschichten, das Feuer stilecht mit einem Feuerstein entfachen, Kartoffeln waschen und mit frischen Kräutern in Folie einschlagen, Wasser aus dem Bach schöpfen, Tee über dem Feuer bereiten, festliche Tische aufbauen ...

 

 
 


Dann konnte das Grillen starten. Nach und nach trudelten die Gäste ein.  Und im Laufe des Nachmittages schlossen wir immer engere Freundschaften mit Bäumen, Wildschweinen, Molchen und anderen (Muske-)Tieren.

 
     

Es wurde ein witziger, aber auch zugleich gemütlicher Nachmittag. Am Lagerfeuer - beim Duft von Würstchen und (verbrannten) Marshmellows - entstanden tolle Gespräche. Neue Wortschöpfungen machten die Runde. So wurde uns bald klar, dass wir von Einstig "Genuss-Kostümierer" sind (so wie auch ein "Genuss-Geocacher" beim Grillen dabei war) und wir unser Hobby aus Freude am Tun betreiben, und nicht um perfekt zu sein.
Was uns kurzeitig nicht ganz klar war: was die Mehrzahl von "Molch" ist. Im Bach schwammen nämlich zwei Molche. Im Eifer des Gefechts wurden "Mölche" daraus und der Satz: "Hast Du heute schon gemölcht?" war der Anfang so mancher Wortspielerei.
Auch die Redewendung "den Löffel abgeben" fand in unserem Kreis eine ganz neue Bedeutung. Denn jeder wollte etwas aus dem großen Teetopf abhaben - und geschöpft wurde eben mit einem Holzlöffel, der in Wahrheit doch eher eine Kelle war ... Aber das nahmen wir nicht so genau.

 

Als dann noch die Hammerschläge der Kunstschmiede über das Grundstück hallten, fühlten wir uns völlig in eine andere Zeit und Welt versetzt. Die rhythmischen Klänge des Eisens mischten sich mit dem fröhlichen Gezwitscher der Vögel und dem Rauschen des (mal wieder für kurze Zeit) einsetzenden Regens. Gérard gab als gelernter Kunstschmied sein Wissen an die jüngere Generation weiter und weihte uns in die Geheimnisse des Schmiedens ein.
Ganz selbstverständlich wurde es für uns, unsere Hände mit Quellwasser aus dem Krug zu waschen, das Geschirr direkt am Bach zu spülen, den Tee aus dem Topf zu schöpfen und den Hund immer mal wieder einzufangen.

 
 



Die Kunst des Stockbrot-Wickelns und des Marshmallow-Anbratens verfeinerten wir im Laufe der Zeit immer mehr. Nach einigen Fehlversuchen, die in den tollsten schwärzesten Farben und brennenden Zuckerfackeln endeten, beherrschten wir die Sache mit dem "am Stock grillen" zum Schluss doch recht gut.


Immer zu Späßen aufgelegt verging die Zeit wie im Fluge. Die gelegentlichen Regenschauer lachten wir einfach weg, und jeder Sonnenstrahl wurde freudig begrüßt.

 
 
  

Als es schon spät wurde, war es an der Zeit aufzuräumen und in die normale Kleidung zurückzuschlüpfen. Noch beim Feuer löschen entstand der Vorschlag, so einen Tag evtl. im Herbst zu wiederholen. Dann unter dem bunten Blätterdach des Pfälzer Waldes - im goldenen Herbstsonnenschein. Keiner widersprach, und so trennten sich unsere Wege mit dem Gedanken: Nicht traurig sein - wir machen es mal wieder!


Danke an alle, die dabei waren und so für einen wunderschönen Nachmittag sorgten, bei dem man den Alltage mal vergessen konnte.
Danke an Gérard und Brigitte Salmon für die Bereitstellung des Grundstückes und der tatkräftigen Hilfe im Vorfeld!

Evtl. hat Dir dieser Beitrag ja Lust gemacht, beim nächsten Mal mit dabei zu sein? Wir würden uns sehr freuen! Falls Du Dir noch unschlüssig bist, schau mal in unserem Forum nach. Dort gibt es noch mehr tolle Fotos zum Tag gestern. Evtl. überzeugen Dich diese Bilder >> hier <<.

Und hier, wie immer, der Videoclip.
Schaut ihn Euch am besten direkt auf YT an und klickt dort auf das Zahnrädchen, um die Qualität zu erhöhen.

Schaut mal, hier die kommenden Aktivitäten von Einstig in der Übersicht:
10.10.2015: Herbstwanderung, Bindersbach
Na? Lust mitzukommen? Dann sagt uns einfach Bescheid!

Alles Liebe