Sonntag, 8. Februar 2015

Horcht, wer poltert da durch den Pfälzer Wald? Die "Einstig"-Leute machen ein Fotoshooting, dass es hallt!

Hallo Freunde!
Es war ein tolles Fotoshooting am Wochenende! Wir haben viel gelacht, aber auch mächtig gezittert!

Prolog - eine kurze Einleitung
Gezittert vor Kälte? Nun ja, das auch ... aber vor allem gezittert, ob das Shooting überhaupt wie geplant stattfinden kann. Denn kurz vor der Abfahrt bekamen wir von Brigitte eine SMS, die alles andere als positiv klang: "Starkregen in Bindersbach - auf gefrorenen Straßen - und  Temperaturen von -2 Grad! Blitzeis!"
So wurde hier in Karlsruhe erst einmal Kriegsrat gehalten! Fahren? Noch warten? Lieber eine Location in Karlsruhe wählen?
Doch so schnell das Blitzeis kam, so schnell verzog es sich auch wieder! Und wir konnten (fast pünktlich) nach Bindersbach aufbrechen.

Wie? Dir sagt Bindersbach nichts? Dann schau mal auf der Homepage des Dorfes vorbei:  >>hier << Oder sieh Dir den Beitrag des SWR-Fernsehen an, welcher dort gedreht wurde: >> hier <<
Bindersbach ist ein kleines Dorf inmitten des Pfälzer Waldes, am Fuße der Burg Trifels. Mit ca. 350 Einwohnern ist es ein sehr kleines Dorf. Es besitzt keinen Laden, keine Post, keinen Zigarettenautomaten, keine Gaststätte und keinen Bäcker!  Man könnte fast sagen, dort sagen sich noch Fuchs und Hase gute Nacht - wobei die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass sich Rehe und Wildschweine eine angenehme Nachtruhe wünschen!
Aber es hat einige unschlagbare Vorteile: Das Dorf besitzt Ruhe, naturbelassene Wälder und Wiesen, die nicht eingezäunt sind und in deren Hintergrund keine Zivilisation sichtbar ist, keine großen Straßen, nicht viel Verkehr, kaum Spaziergänger und noch weniger Radfahrer.
Der ideale Platz also, um ein ungestörtes Fotoshooting zum Thema "Fantasy" zu veranstalten.


Bevor es soweit war, machten wir noch einen Abstecher zu unserem "Grillplatz", welchen wir für unser "Mittelalter-/Fantasy-Lagerfeuer-Picknick" am 20.06.2015 nutzen können. Gérard zeigte uns alles und erklärte uns, wo der ideale Platz für das Lagerfeuer ist. Falls Du Lust hast, dabei zu sein: >> Hier im Forum << steht mehr dazu.


Das Abenteuer "Fotoshooting" beginnt
Nun aber zum Shooting! Gérard und Brigitte stellten uns freundlicherweise ihr Haus und ihr Waldgrundstück zur Verfügung. Doch nicht nur das, auch eine warme Mittagsmahlzeit hielten sie für uns bereit! Wir stärkten uns, bis die Kostüme fast platzten. Die Bedenken, wie wir nun den steilen Hang hinterm Haus zum Wald hoch kommen sollten, kamen zu spät.

Wir packten unsere "sieben Sachen" (welch blöde Redewendung - denn wer kommt bei einem Fotoshooting schon mit nur sieben Sachen aus? Wir jedenfalls nicht: Wahrsagerkugel, zwei Laternen, Teelichtgefäß, Kampfstab, Krone, Weihrauchschwenker, Buch, Kerzen, Schwert, Pfeil und Bogen, Kiepe, Fotoapparat, Ersatz-Fotoapparat ... ) und gingen los.


Welch ein Anblick, falls doch der eine oder andere Bindersbacher aus dem Fenster in Richtung Wald geschaut haben sollte. Keine Rehe oder Wildschweine waren zu sehen, dafür drei Mädels, die voll bepackt mit Utensilien, Real-Taschen und Rucksäcken in den Wald stiefelten ... Nun ja, auch die Bindersbacher sollen mal etwas zu sehen bekommen.

Im Wald angekommen merkten wir ziemlich schnell, dass der Regen, welcher zwei Stunden vorher noch niedergegangen war, seine Pflicht mehr als erfüllt hatte! Die Bäume hatten zu trinken - und wir hatten zu kämpfen. Durch den Wald hörte man als bald Rufe wie "Ahhh", " Ohhhhh Scheißeeeeeeee" oder  "Wahhhhh". Vereinzelte Wanderer und Jäger, die in der Nähe unterwegs waren, müssen diese Rufe wohl für die Schreie der sagenumwobenen Elwetritschen gehalten haben! Anders wären diese Laute kaum zu erklären gewesen.
Wir liefen, rutschten und stolperten also von einer Location zur anderen.

 
 
 
   


   

 

Die ersten Fotos waren im Kasten, und die Ideen für neue Szenendarstellungen, Positionen und Einbindung der Umgebung sprudelten nur so. Allerdings wurden manche Einstellungen unfreiwillig zu einer Comedy-Nummer, wenn wir ausrutschten, hängen blieben, uns den Kopf anstießen oder in eine Brombeerdorne fassten.

 

Wir überwanden aber alle Hindernisse mit Mut und ... Lachen. Einen "reißenden Waldbach" überquerten wir fast mühelos (mit schlammigen und nassen Schuhen), umgestürzte Bäume umwanderten wir gekonnt (nachdem wir uns dreimal den Kopf angeschlagen hatten), auf glitschigen Bäumen posierten wir schwerelos (mit feuchten Baumpilzen an den Handflächen klebend), und kleine Böschungen liefen wir wie Rehe herunter (nachdem uns Sylvie gezeigt hatte, wie es nicht geht). Wir lernten bei jedem Schritt dazu und erfreuten uns der herrlich naturbelassenen Umgebung.

   
    
  
  
 
Zum Glück stieß Brigitte später zu uns. Sie erwies sich als unentbehrliche Stütze (im wahrsten Sinne des Wortes) für uns. Ihr Allroundtalent half uns, manch gute Location zu finden und keine Utensilien zu vergessen. Sie schwenkte das Weihrauchfässchen gekonnt, warnte rechtzeitig vor umgestürzten Bäumen und bot ihren Einweghandschuh in allen Situationen an (kalte Finger? Einweghandschuh nötig? Schmutzige Hände? Ein Einweghandschuh könnte helfen!).

   


Keine Menschenseele begegnete uns während des ganzen Shootings. Der Wald gehörte uns, selbst die Tiere hatten sich wohl verkrochen. So verging die Zeit wie im Fluge. Und immer wenn wir dachten: "Jetzt haben wir genug Fotos, wir hören auf und gehen heim!", kamen uns neue Ideen, und wir entdeckten neue Plätze, die wie geschaffen für uns waren.

 

 
   
 
  

Wir hatten Glück, denn wie ein Wintershooting erhoffen lässt, fanden wir noch eine Ecke mit Schnee. Und so wurde diese auch noch genutzt.

   

   

Der Heimweg glich dann eher einer "Flucht mit dem letzten Habseligkeiten". So schlichen wir durch den Wald zurück - verfroren, mit kalten Fingern - aber glücklich und höchst zufrieden.

  
  
Im Hause Salmon angekommen, erfreute uns Brigitte mit Tee, Kaffee und Kuchen. Welch eine Wohltat! Am Kachelofen wurde uns schnell wieder warm, und da wir die Spannung nicht mehr aushalten konnten, fingen wir gleich an, die Fotos und Videoclips auszuwerten. 570 Fotos entstanden an diesem Nachmittag! Neben wirklich tollen Aufnahmen kamen aber auch welche getreu dem Motto: "Schlimmer geht immer!" zum Vorschein: Outtake-Fotos, die so nicht  geplant waren - aber doch gezeigt werden dürfen!

  

   
  
     
 
   

 


Es war ein spaßiger Nachmittag, der nach einer Wiederholung schreit! Alles hat gepasst: das Wetter, die Kostüme, die Location und nicht zuletzt die ausgelassene Stimmung.
Sylvie hat wieder einen Videoclip zusammengeschnitten. Es ist eine Mischung aus "Making of" und dem Shooting selbst. Viel Spaß dabei:

Das Video kann durch Klick auf die Überschrift direkt bei Youtube angeschaut werden. Dort kann man auch auf HD umschalten.


Epilog - Das Schlusswort
Im Anschluss an den Bericht vom Fotoshooting selbst möchten wir (Laudine und Dani) Euch noch kurz einen Einblick geben, weshalb wir gerade diese Kostüme getragen haben und welche Hintergrundgedanken sich in den Kostümen verbergen.

Gedanken zum Kostüm von Dani:

 

Nach vielen Mittelaltermärkten und historischen Kostümen wollte ich einfach mal ein Kostüm, welches nicht historisch authentisch sein sollte. Eher ein Kostüm, in das ich mich selbst hineininterpretieren kann. Eines, welches mich und meinen Charakter zeigt.
Die Liebe zur Natur und zum Wald machte mir die Entscheidung dann ziemlich leicht. Schon als Kind streifte ich durch die Wälder um Bindersbach. Ich baute mit Freunden und meiner Schwester Hüttchen, so, als würden wir im Wald leben. Wir holten Wasser an einem nahe gelegenem Bächlein und taten so, als würden wir kochen.
Diese Kindheitserinnerungen und Spiele sind ein großer Teil von mir. So habe ich mir ein "Waldschleicher-Kostüm" ausgesucht. "Waldschleicher? Was soll das sein? Ich kenne nur Waldläufer!" Diese Frage sehe ich förmlich in Deinem Gesicht stehen. Nun, der Begriff "Waldläufer" ist zwar (gerade durch "Herr der Ringe") weit verbreitet - aber er drückt für mich nicht das aus, was ich mit dem Kostüm sagen will.  "Läufer" verbinde ich mit "Rennen" oder "Marathonläufer". Wenn man läuft, entgeht einem aber viel von der Natur, und Kleinigkeiten am Wegrand werden leicht übersehen. Tiere erschrecken sich, wenn man zu schnell angelaufen kommt. Ich aber will die Natur genießen, Tiere beobachten und die wertvollen Winzigkeiten am Rand entdecken. Deshalb "schleiche" ich lieber durch den Wald.

 

Das Waldschleicherkostüm passt farblich toll in den Wald (siehe Fotos). Es ist alles in Brauntönen gehalten. Die perfekte Tarnung also, um sich ungestört und fast unsichtbar im Wald zu bewegen.
Am Gürtel hängt eine kleine Tasche für Utensilien. Ebenso ein Pfeilköcher, eine Feldflasche und ein Jagdmesser. Als "Waffe" dient ein Langbogen, ebenfalls aus dunklem Holz geschnitzt.


Als absolute Tier- und Naturliebhaberin habe ich mich lange gefragt: Messer, Pfeil und Bogen als Waffen? Was soll ich damit? Tiere töten? Das würde ich wohl kaum übers Herz bringen! Doch welchen Zweck sollte es sonst haben, solche Waffen mit sich herumzutragen? Nun, das Messer als Allroundgegenstand! Zum schnitzen und schneiden. Im wahren Leben habe ich immer mein Taschenmesser an meinem Wohnungsschlüssel und trage es immer und überall mit mir herum.
Pfeil und Bogen stehen für mich symbolisch nicht für Waffen, sondern für Werkzeuge.
Ebenfalls an meinem Kostüm befestiegt ist eine Halskette. An einer silbernen Kette hängt ein kleiner Vogelkäfig. Die Tür des Käfigs ist offen, und ein Vogel fliegt heraus. Dies ist mir sehr wichtig, da es die Freiheit ausdrückt, die ich empfinde, wenn ich in der Natur bin.



Kommentar von Laudine zu ihrem Kostüm:

 
   

Seit Jahren lag in meiner Kostümtruhe ein gekauftes Eowyn-Kleid im Dornröschenschlaf. Getragen habe ich es nie. Nun endlich sollte es geweckt werden: mit der spontanen Idee, es in ein an "Game of Thrones" angelehntes Kostüm umzugestalten - nur mithilfe von Stoffen, Wolle und Accessoires, die ich noch im Fundus hatte. Es gibt in der Serie in Staffel 1 eine gemeinsame Szene mit Viserys und Doreah, und ich bin trotz seines schwierigen Charakters der Meinung, dass die beiden durchaus zueinander passen würden. Grundlage für das "neue" Kleid war dann auch die Vorstellung: Was wäre, wenn ... er mit ihrer Hilfe überleben und sie schließlich als Frau an seiner Seite um den Thron kämpfen würde? Diese Wendung nimmt die GoT-Handlung natürlich nicht, aber seiner Fantasie darf man ja freien Lauf lassen. :-)

Für dieses Kleid war das Eowyn-Kostüm als Basis wunderbar geeignet. Denn es war kein edles Gewand, mit dem man umherflanierte. Die beiden hätten nicht die finanziellen Mittel für teure Stoffe. Im Buch erfährt man, dass sie mit Nadel und Faden umzugehen weiß. Wahrscheinlich wäre sie also praktisch veranlagt und würde sich ihr Kleid aus einfacheren Stoffen selbst nähen. Darüber hinaus stellte ich mir das Kleid zwar weiblich, aber auch zweckmäßig vor - mit ihm sollte die Trägerin zum Schwert greifen können.

Unter dem Kleid verbergen sich zwei Strumpfbänder - auf dem einen steht "King Viserys Targaryen", auf dem anderen "Fire and Blood", der Wappenspruch des Adelsgeschlechts

Nach dem Umfärben des Kleides kamen Rot und Schwarz leider nicht so intensiv heraus wie erhofft, aber inzwischen kann ich mich damit gut anfreunden. In Anlehnung an seine schwarze Wolltunika entstanden das Wappen auf der Brust, der Kragen und das Schultertuch. Eine kleine Anspielung auf seine grüne Tunika sind die Quasten an den Schnürungen. Auf Ärmeln, Armschonern und Almosenbeutel haben ebenfalls Drachen ihren Platz gefunden, da man natürlich nicht oft genug betonen kann, welchem Haus man angehört. :-)

 

Danksagung und Ausblick
Wir möchten von Herzen Brigitte und Gérard für die Hilfe, Verpflegung und Betreuung danken! Das leckere Essen und der Schuhputzservice im Anschluß an das Shooting haben den Tag abgerundet. Erst durch diese Unterstützung wurde der Tag so perfekt wie er war!

Hier noch die nächsten Termine für Einstig. Falls Ihr dabei sein wollt, tragt Euch ins Forum ein (klickt auf die Aktivitäten) oder gebt uns Bescheid! Wir freuen uns auf:

Mit Danis Worten beim Shooting möchten wir nun auch diesen Bericht beenden: "Jetzt reichts!"



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen